Opstand in’t Huus Avendsünn

Applaus für schräge Krimikomödie in Seestermühe

Seestermühe | Premiere bei der Speeldeel ut de Masch im Bürgerhaus Seestermühe: Schon das erste Bild sorgt im Publikum für Gelächter. Ein „Mensch ärgere Dich nicht“-Spiel auf einem Tisch und die Diskussion von Hedwig (Maren Plugowsky-Schmidt), Luise (Helga Feja) und Marga (Tania Jagla) über die Regeln des Spiels und deren Auslegung bringt das Publikum auf Anhieb zum Lachen.

Akteurinnen spielen sich in einen Rausch

Was dann im ersten Akt des neuen Stücks der Speeldeel ut de Masch „Opstand in´t Huus Avendsünn“ folgt, ist ein Blick hinter die Kulissen der „Seniorenresidenz Avendsünn“, bei dem den Zuschauern immer wieder das Lachen im Hals stecken bleibt. Dabei spielen sich die drei Akteurinnen fast in einen Rausch, denn Regisseurin Ute Jensen hat die Rollen der drei Damen perfekt besetzt: Helga Feja als zornige, resolute Anführerin des Trios, die allein schon durch ihre Mimik überzeugt. Tania Jagla, die etwas tüddelige, unsichere Marga. Maren Plugowskiy-Schmidt in der Besetzung der etwas eingebildeten, von ihren Kindern in die Residenz abgeschobene Mitstreiterin, die ja eigentlich nur in der Kurzzeitpflege ist.

Dieser erste Akt legt die Basis für die Entwicklung der Geschichte, denn das Leben in der Seniorenresidenz mit fehlenden Getränken außerhalb der Zimmer, ungenießbarem Essen sowie dem langweiligen Umfeld, ärgert die Damen. Die hohen Kosten für ihren Platz im Altersheim stehen für sie im Widerspruch zu diesen Umständen.

Besonders der Heimleiter Andreas Treudler (Jörg Baumgarten) und Pflegerin Angela (Ute Jensen), herrlich mit ihrem osteuropäischen Akzent, gehen den drei gewaltig auf die Nerven. Da sich an den Umständen kaum etwas ändern lässt, wird den Bewohnerinnen klar: „Das kann es mit ihrem Leben doch nicht gewesen sein!“ Von ihrem neuen Mitbewohner (Hartmut Schloss) erfahren Luise, Marga und Hedwig, dass das Leben im Gefängnis im Gegensatz zum Aufenthalt im Heim „der Himmel“ sein muss.

So entsteht ein verwegener Plan, mit dem Ziel, den Rest des Lebens hinter Gittern verbringen zu können. Aus diesem Szenario entwickelt sich die Krimi-Komödie an deren Ende ein Mordplan, Streit um die Mordmethode, ein Toter und viel Situationskomik stehen. Die Kommissarin (Janina Sprotte), Luises Enkel (Frank Geisler) und die ehemalige Pflegekraft Insa (Tanja von Osten) runden die herrlich schräge Kriminalkomödie schließlich ab.

Doch nicht nur die Schauspieler bringen eine grandiose Leistung, sondern auch alle Akteure hinter den Kulissen, die wieder mal für ein stimmiges Bühnenbild mit vielen liebevollen Details sowie zahlreichen, passenden Requisiten gesorgt haben.

Autor: Meike Kamin