Mimi un de Möörders 2006 – ein Bericht

Rückblick auf Mimi und de Möörders

Was für ein toller Theaterabend.

Bevor die eigentliche Vorstellung losging, erwartete die Premierenbesucher eine Überraschung. Der Volkschor Frohsinn brachte unter der Leitung von Stefan Haack den wunderbaren Evergreen „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ schwungvoll und schmissig auf die Bühne. So in die richtige Stimmung gebracht, verfolgte das Publikum amüsiert die verzwickte Geschichte um den Antiquitätenhändler Thomas Westphal und seine Mitmenschen.

Der arme Mann – hervorragend verkörpert von Hartmut Schloß – musste sich nicht nur mit seiner Verlobten, einem Gangsterpärchen und seiner Nachbarin abärgern, auch die Frau seines besten Freundes Sören liess ihm keine ruhige Minute. Christa Milz spielte das naive aufdringliche Blondchen Angela mit viel Mut und Hingabe und erntete reichlich Szenenapplaus.
Reinhard Müller, der als zwielichtiger Geschäftsmann Helmut Nissen auftrat , wurde vom Publikum zunächst gar nicht erkannt, so überzeugend war seine Verkleidung mit Perücke und Bart. Allgemein wurde mit Klischees nicht gespart. So ist Tommis herrlich zickige Verlobte Nina (Tanja Rost) eine „Ökotussi“, der Kommissar eine Art „Columbo“ , Sören Hinrichs (Volker Schillhorn) ein Möchtegernplayboy wie aus dem Bilderbuch und Sonja ( Ute Jensen) eine schwarz gekleidete Gangsterbraut.

Als Glücksgriff erwies sich auch Neuzugang Jörg Baumgarten, der als gestresster Kommissar versuchte, Licht ins Dunkle zu bringen. Widerwillig muss er sich von seiner Exfrau Mimi – bravourös verkörpert von Helga Feja – immer wieder auf die richtige Fährte bringen lassen. Am Ende klärt sich alles auf, und Tommi hat endlich wieder Ruhe – aber für wie lange?

Das Publikum bedachte die Spielfreude der Speeldeel mit langanhaltendem herzlichen Applaus.
Besonders gerührt zeigten sich die Spieler, als Harald Breuss, gerade nach schwerer Krankheit aus der Reha zurück, persönlich die Blumensträuße überreichte.
Auch Dirigent Stefan Haack bekam Blumen, er hatte am Premierentag Geburtstag.

Als zusätzlicher Gag erwies sich eine Katze, die sich durch die geöffneten Fenster hinter der Bühne Zugang zum Bürgerhaus verschaffte.

Es ist nicht bekannt, ob ihr das Stück auch gefiel =)