Jahreshauptversammlung 2011

Die meisten Jahreshauptversammlungen folgen einem festen Ritual. Berichte des Vorstands, Entlastung desselben, Wahlen, Ehrungen und Verschiedenes sind regelmäßig die Eckpunkte der Tagesordnung. Das ist bei der Speeldeel ut de Masch grundsätzlich nicht anders. Trotzdem fallen die Jahreshauptversammlungen der Theatergruppe immer wieder aus dem Rahmen. Bei aller Ernsthaftigkeit gehen Witz, Charme und Spielfreude auch während dieser Versammlungen nicht verloren.

Dem ersten Vorsitzenden Reinhard Feja war es vorbehalten, in seinem Bericht die ernsteren Töne anzuschlagen. „Wir haben ein absolut erfolgreiches Theaterjahr hinter uns“, sagte er und schlug dann den Bogen zur Satzung der Speeldeel. Seit über zehn Jahren hat die Speeldeel ut de Masch bereits Probleme mit dem Finanzamt. Insbesondre dreht es sich um die Regelungen im Falle einer Auflösung der Speeldeel. Die Satzung sieht vor, dass in diesem Fall das Vereinsvermögen zu gleichen Teilen an die Gemeinden Seester und Seestermühe fallen würde. Das Finanzamt fordert, dass die Satzung um einen Passus erweitert wird. Demnach soll das Vereinsvermögen auch dann an die Gemeinden fallen, wenn die „steuerbegünstigten Zwecke“ des Vereins wegfallen. Damit würden die Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit der Speeldeel ut de Masch entfallen. Gegen diese Sichtweise wehren sich die Theatermacher. Mehr als 20 Gespräche habe er im vergangenen Jahr geführt und das Thema wird die Speeldeel auch weiterhin beschäftigen“, so Feja.

„Über das Ehrenamt reden Politiker gern, aber das wichtige, verlässliche Fundament für unsere Arbeit fehlt. Das Vereinsrecht scheint keine Lobby zu haben“, stellte Feja fest und sagte: „Mal sehen, ob wir bis zur nächsten Jahreshauptversammlung weiter sind.“ Der Vorsitzende dankte auch den zahlreichen Helfern hinter den Kulissen, erzählte von dem neuen Kulissenanhänger, auf den die Speeldeel lange gespart hat, den neuen Fenstern für den Übungsraum und der Spende der Speeldeel von 930 Euro für das Kinderhospiz Sternenbrücke. „Wir sind etwas anders als andere. Das sollten wir beibehalten“, so Feja.

An Theaterleiterin Ute Jensen war es, einen sehr humorvollen Blick auf das Theaterjahr mit der Aufführung der „Hallighexen“, zahlreichen Proben, der Liebe zum Detail bei der Gestaltung der Kulissen, der bei Ebay ersteigerten Laterna magica zu werfen. „Ich bin froh, dass es immer noch Menschen gibt, die den Wahnsinn mitmachen und Spaß daran haben“, sagte sie. Gewählt wurde auch. Die zweite Vorsitzende Renate Schaar wurde ebenso wieder gewählt, wie Bühnenmeister Hartmut Schloss und die zweite Theaterleiterin Helga Feja.

Text: Meike Kamin